Pfarrer Mathieu Gielen
40 Jahre Priester
25 Jahre Pfarrer in St. Michael
Sein 40-jähriges Priesterjubiläum (Weihetag 11.03.1967) und gleichzeitig sein 25-jähriges Ortsjubiläum als Pfarrer in Langenberg, beging Pfarrer Mathieu Gielen am 11. März. Beim feierlichen Gottedienst predigte sein Vorgänger im Amt, unser früherer Pfarrer Heribert Peters.
Den Predigttext lesen sie hier ...
Zur Fotogalerie 1 geht es hier ...
Zur Fotogalerie 2 geht es hier ...
*** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** *** ***
Lesen Sie hier einen Beitrag über Werdegang des Jubilars und besonders über die Zeit in Langenberg:
Ein Mensch unter Menschen,
ein Gläubiger unter Gläubigen,
„unser“ Pfarrer Mathieu Gielen
Zum 40-jährigen Priesterjubiläum und
25-jährigen Gemeindejubiläum in St. Michael
„Ich musste auf der Karte erst mal suchen, wo Langenberg überhaupt liegt“, das sagt Gemeindepfarrer Mathieu Gielen 25 Jahre nach seinem Antritt in der Pfarrgemeinde St. Michael. Aber nicht nur dieses Gemeindejubiläum darf er in den nächsten Tagen feiern, sondern auch sein 40-jähriges Priesterjubiläum. Geweiht wurde Mathieu Gielen am 11. März 1967 in Hamond, Belgien. Eigentlich sollte für ihn alles ganz anders kommen. Nach zwei Jahren Theologiestudium bei den Jesuiten in Leuven, Belgien, setzte er sein Studium in Bogota, Kolumbien fort mit dem Ziel, in einer Mission der Salvatorianer in Südamerika als Priester tätig zu werden. Eine Tropenkrankheit machte diesen Wunsch zunichte, er kehrte nach Belgien zurück und setzte seine Studien in den Fächern Politik und Sozialwissenschaften fort. „Es war nicht einfach, mich von diesem Ziel zu trennen“, erzählt er rückblickend über diese schwere Zeit, eine neue Perspektive für sich zu finden.
Nach Beendigung des Studiums und anschließender Priesterweihe gab es, im Bistum Hasselt, wegen eines damals herrschenden Priesterüberschusses (!) zunächst keine Anstellung für ihn. Durch die bestehenden Kontakte der Salvatorianer zum Erzbistum Köln begann er seine Zeit als Diözesanpriester mit einer Kaplanstelle in der Gemeinde St. Michael in Düsseldorf-Lierenfeld. Danach war er fünf Jahre Gemeindepfarrer in St. Pius X, Düsseldorf-Oberbilk. 1978 wurde er von Kardinal Höffner „inkardiniert“, er wurde vom Ordenspriester zum Diözesanpriester.
Der Start in Langenberg war dann eher durchwachsen, ein erster Antrittsbesuch im Winter 1981 scheiterte an Eis und Schnee und einige Gemeindemitglieder waren von dem eher salopp als klerikal gekleideten Pfarrer aus Belgien zunächst nicht allzu angetan.
Heute sieht die Gemeinde das anders und Pfarrer Mathieu Gielen ist besonders wegen seiner herzlichen und offenen Art sehr beliebt. Die Gemeindemitglieder wissen nun, was es bedeutet, wenn Pfarrer Mathieu Gielen sagt: „Wenn ich so wie andere gekleidet bin, gibt es keine Schranken.“ Und das ist dem Seelsorger Mathieu Gielen wichtig.
Gemeinsam hat man in den zurückliegenden Jahren einiges erreicht, da sind beispielsweise die Sanierung der Kirche und die Anschaffung und vor allem Bezahlung der neuen Orgel in recht kurzer Zeit zu nennen. Erwähnt werden muss aber auch, dass sich in dieser Zeit besonders der Wandel im Amts- und Kirchenverständnis bei der Gemeinde zeigte. Die Vorstellung vom „Dienstleistungsbetrieb Kirche“ bei Teilen der Gemeinde und der Wunsch des Pfarrers nach Befähigung der Laien zu caritativen, seelsorgerischen und katechetischen Aufgaben standen sich unvereinbar gegenüber. Zu erwähnen sind da die hitzigen Diskussionen um die Änderungen des Modells der Kommunionvorbereitung, Meinungsverschiedenheiten im Verständnis von Gruppen über die Beteiligung des Pfarrers in Verbänden, Diskussionen über die Leistungen der Kirche bei Begräbnissen.
Sein Engagement für die Ökumene, wie der Neujahrsgottesdienst, die gemeinsame Sternsingeraktion oder die ökumenische Bibelwoche finden großen Anklang und haben ihm bei den evangelischen Gemeinden Achtung eingebracht.
An Aufgaben und Arbeit bestand und besteht im Pfarrverband Velbert Mitte/Langenberg kein Mangel: Bevor der Seelsorgebereich eingerichtet wurde, gab es schon viele Kontakte unter den drei Gemeinden. „Wir ahnten ja schon, dass so etwas auf uns zukommen würde.“ Als der letzte Pfarrer von St. Joseph, Pfarrer Radermacher, seine Gemeinde 1990 verließ, teilten sich die Pfarrer Cornelis van Lierop (St. Marien) und Mathieu Gielen (St. Michael) die Arbeit auf. Pfarrer van Lierop wurde z.B. Vorsitzender des KV von St. Joseph, Pfarrer Gielen war Mitglied im PGR von St. Joseph.
1994 fing man mit dem Seelsorgebereich an. Pfarrer Gielen wurde zum Moderator ernannt, Pfarrer van Lierop war weiterhin Pfarrer - jetzt auch für die drei Gemeinden. Vorsichtig wurden gemeinsame Dinge getan. „Wir wollten es langsam angehen lassen, es sollte keine “Revolution“ stattfinden.“ Dann verließ auch Cornelis van Lierop seine Gemeinde St. Marien und Pfarrer Gielen war nun zuständig für alle drei Gemeinden. Als Pfarrer Herz 2003 in unseren Seelsorgeverband kam, übernahm dieser die Moderatorenaufgabe. Seit 2004 ist aus diesem unserem Seelsorgebereich ganz offiziell ein Pfarrverband geworden.
Ein prägendes Erlebnis in den vielen Jahren als Gemeindepriester war für den Jubilar die Vorbereitung auf die erste hl. Kommunion der behinderten Kinder in St. Joseph. „Bei dieser Gelegenheit habe ich viel für mich gelernt. Es war einfach wunderschön, wie sich die Kinder mit ihren Eltern unter meiner Mitwirkung auf diesen Tag vorbereitet hatten.“ Noch heute besitzt Pfarrer Gielen das Badehandtuch, dass die Kinder mit dem Abdruck ihrer Hände gestaltet hatten - so kann er sich noch heute mit ihren Händen abtrocknen.
Heute betont Pfarrer Mathieu Gielen vor allem eines: „Man muss sich selbst treu bleiben.“ Und genau das hat er in seinen 40 Jahren als Priester auch getan. Sein Primizspruch von damals ist auch der Leitgedanke für seine beiden Jubiläen und ziert die Einladung zum Festgottesdienst:
Mit Euch bin ich Mensch unter Menschen,
Gläubiger unter Gläubigen;
für Euch darf ich Priester sein.