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17. Februar 2007

Liebe Freunde des "Missionskreises St. Michael"!
Liebe Freunde von Cajueiro da Praia!

Ja, ich bin "schon wieder" in Langenberg und kann Ihnen allen den Dank und die Grüße unserer brasilianischen Brüder und Schwestern übermitteln. Ihre Gebete und Ihre materielle Hilfe sind "lebenswichtig" für viele in Cajueiro da Praia und Umgebung.

Sie wundern sich vielleicht, dass ich "schon wieder" hier bin. Ehrlich gesagt (geschrieben), ich wundere mich noch mehr als Sie es tun. In dieser Jahreszeit und bei der augenblicklichen Kälte sollte man wirklich nicht vom Nordosten Brasiliens nach Deutschland kommen - von 35 Grad plus nach unter null! Mein Mitbruder, Pe. Henrique Hegemann, und ich, wir sind auch nicht gerade freiwillig hier, sondern im "Auftrag" unseres brasilianischen Bischofs - er braucht Hilfe. Wenn ich schreibe "nicht freiwillig", so soll das aber keineswegs heißen, dass ich nicht gerne hier bin, ganz im Gegenteil - ich freue mich darüber, hier sein zu dürfen (und bald wieder nach Brasilien zurückfliegen zu dürfen). Es stimmt schon, meine Heimat ist hier und bleibt hier, doch zuhause bin ich jetzt, nach immerhin 44 Jahren, drüben.

Gestern, am 16. Februar also, haben sich einige Mitglieder des Missionskreises getroffen und wir haben über einige unserer Projekte gesprochen und sie begründet. Ich bemühe mich darum, dass jede meiner (jetzt nur) 16 Gemeinden draußen ihr religiöses Zentrum bekommt - eine Kapelle. In einigen Gemeinden feiern wir noch die hl. Messe in einer Schulklasse, unter einem Schattenbaum oder auf der Veranda eines Hauses. Doch das ist ein "Behelf", was keine rechte Atmosphäre aufkommen lässt. Wo eine Kapelle gebaut wurde, wuchs die Gemeinde. Ein Beispiel ist unser "Marienheiligtum" in Boa Vista - im Klassenraum 30 bis 40 Teilnehmer, und jetzt bis 200 und mehr.

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Marienheiligtum Boa Vista

Im Augenblick haben wir zwei Kapellen im Bau, oder besser: ein Kapelle und eine Kirche. Die Kapelle (St. Josef - Sao José) wird in der kleinen Gemeinde Lagoa de Sao José gebaut. Wenn ich am 28. Februar nach Brasilien zurückkomme, dürfte die Kapelle unter Dach sein. Die Gemeinde freut sich schon auf die hl. Messe – und ich freue mich auch!

Die Kirche, ziemlich groß, wird in Camurupim gebaut. Der Ort gehört zur Region von Pe. Henrique. Die Kirche ist im Bau und wird sicher einmal Pfarrkirche werden. Die Pfarrei von Pe. Henrique, Luiz Correia, ist mit ihren 86 Außenstellen viel zu groß. Der Bischof hat schon einmal gesagt, dass er Luiz Correia in absehbarer Zeit teilen werde (falls er einen Priester haben wird). Wir versuchen nun, die Infrastruktur vorzubereiten: Kirche, Zentrum und Pfarrhaus. Mit der Kirche fangen wir an. Der Rohbau ist schon bezahlt, auf den Rest hoffen wir noch. Mit viel Mühe und noch mehr Glück ist es gelungen, dass uns jemand den Bauplatz für die Kirche gestiftet hat. Bauplätze für Kirchen und Kapellen kaufen wir nicht, die müssen die Gemeinden besorgen.

Infrastruktur - da haben wir noch einen wichtigen Plan: ein kleines Pfarrzentrum in Barra Grande. Der Ort hat etwa 2.000 Einwohner. Es gibt dort seit langem eine nicht zu kleine Kapelile. Aber ALLES muss in der Kapelle stattfinden, auch die Kinder- und Jugendarbeit. Sie können sich vorstellen, dass man nicht alles mit Kindern und Jugendlichen in der Kapelle machen kann. Endlich haben wir einen Bauplatz, in absehbarer Zeit soll mit dem Bau begonnen werde - wenn wir die Finanzierung sicher stellen können.

Natürlich bauen wir nicht nur - wir sind ja als Priester dort. Allerdings kommen wir nicht um die Sorge um die Kranken und Notleidenden herum. Jesus hat uns ein großes Beispiel in diesem Bereich gegeben. Ein Beispiel, das mich in diesen Tagen sehr beschäftigt. Da ist die kleine Bia (Beatrix). Sie ist jetzt zwei Jahre alt. Sie hat einen angeborenen Herzfehler. Sie muss operiert werden. Vor fast einem Jahr haben wir damit begonnen, sie "aufzupeppeln". Sie muss ein gewisses Gewicht (über 10 kg) erreichen. Sonst kann die ohnehin gefährliche Operation nicht gemacht werden. Wir wollen der Bia das Leben retten!!

Sie ist ein "herziges Blag". Die Operation wird nicht nur schwierig sein, sondern auch ziemlich teuer. Wir wissen noch nicht, wie teuer. Die Eltern, arme Leute aus dem Bairro, werden es nie bezahlen können. Wir hoffen und vertrauen auf unsere Freunde.

Ich wollte Sie einfach nur einmal ins Nähkästchen schauen lassen. Wir haben viele Projekte, und immer wieder kommen neue hinzu. Wir sagen den Leuten immer wieder, dass jeder von uns (in Brasilien) das Seine tun muss, und dann haben wir auch den Mut, an unsere Freunde (in Deutschland) zu "denken"!

Bitte, denken Sie auch an uns, vor allem: beten Sie für uns. Wir beten auch für Sie.

Zu unserem DANK noch ganz herzliche Grüße, viele Segenswünsche und einen "abraço brasileiro bem forte".

Ihr

P. Lothar Weber

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