Die heilende und heilsame Liebe Jesu zu den Kranken
Die Krankensalbung (kein Sakrament nur für Sterbende)
An Leib und Seele krank sein kann belasten, bedrücken, quälen. Ein Mensch kommt an seine Grenzen, fühlt sich überfordert, isoliert. Woher kann sich da jemand Hilfe erhoffen? Was kann er da tun? Hoffentlich gibt es einen guten Arzt, der erkennen kann, was dem Kranken fehlt. Heilmittel können Schmerzen lindem helfen und Heilung unterstützen. Das kann menschlich und fachlich getan werden. Jeder noch so gute Arzt weiß aber auch um die Grenzen seiner Hilfsmöglichkeit. Es gibt auch schwere und unheilbare Krankheiten.
Gerade in solchen Situationen suchen und finden glaubende Menschen einen Halt, der nicht erkauft werden kann, den sich jemand nur vertrauensvoll schenken lassen kann. Im Jakobusbrief heißt es: „Ist einer von euch krank, dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten.“ Das gläubige Gebet mitsorgender Gemeindemitglieder vermag also zu retten, aufzurichten.
Bei der Feier der Krankensalbung (am Krankenbett oder in der Gemeinde) beten alle Anwesenden für den Kranken. Der Priester legt dem Kranken die Hände auf und salbt ihm die Stirn und die Handflächen mit den Worten: „Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf.“
Lange Zeit ging die Meinung um, die Krankensalbung sei nur ein Sakrament für Sterbende und alte Menschen. So wurde aus dem „Sakrament des Lebens“ ein „Sakrament des Todes“. Dies widerspricht dem ursprünglichen Sinn: Die Kirche nimmt den Auftrag Jesu ernst und macht so seine heilende und heilsame Liebe zu den körperlich und seelisch Kranken erfahrbar. Diese Zuwendung ist an kein Alter gebunden, auch junge Menschen dürfen dieses Zeichen der Liebe Gottes zu Menschen in schwerer Krankheit erfahren.
Was mich selbst ermutigt: Wie Kranke tatsächlich neue Kraft, ja Heilung erfahren können, wenn sie Jesus ganz vertrauen und er sie in der Handauflegung und Salbung liebevoll und erbarmend anrührt.
Mathieu Gielen, Pfr.
Anmeldungen zur Krankensalbung richten Sie bitte an das zuständige Pfarrbüro. Einen Priester aus Velbert erreichen Sie in dringenden Fällen über das priesterliche Notfall-Telefon 0176 23164075